Assistenzhundeausbildung im Hundezentrum Aschaffenburg

Selbstausbildung mit unserer Unterstützung

Was ist ein Assistenzhund

Ein Assistenzhund ist ein Hund, der für einen Menschen mit Beeinträchtigung, mit dem er zusammen lebt, spezielle Hilfeleistungen erbringt, um diesem zu mehr Unabhängigkeit und mehr Lebensqualität zu verhelfen. Er wird dafür speziell für diesen Menschen, seinen Halter, und dessen Beeinträchtigungen und Bedürfnisse ausgebildet.

Mögliche Hilfeleistungen sind zum Beispiel:

  • Das Holen von Medikamenten, wichtigen Alltagsgegenständen oder Hilfspersonen
  • Das Aufheben von Dingen
  • Das Anzeigen von Anfallsgeschehen oder Blutzucker-Schwankungen
  • Das Anzeigen von Geräuschen bei gehörlosen Personen
  • Leisten von emotionalem Beistand (z.B. während Anfallsleiden bzw. danach)

Dabei ist ein Assistenzhund grundsätzlich geeignet für Menschen, die unter einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung leiden, wenn die Hilfeleistungen nur oder besser durch einen Assistenzhund ausgeführt werden können als auf anderem Wege. Möglich ist auch die Unterstützung von Eltern, die mit einem beeinträchtigten Kind zusammenleben.

Voraussetzung dafür ist, dass die Assistenznehmer – oder deren Angehörige – dazu in der Lage sind, den Assistenzhund artgerecht und ausreichend zu versorgen und sich um dessen Bedürfnisse, physischer und emotionaler Art zu kümmern, als auch finanziell für das Tier sorgen zu können.

Auch die Erwartungen der Öffentlichkeit an einen Assistenzhund sind groß:

  • Er verhält sich ruhig und unauffällig in der Öffentlichkeit, belästigt niemanden.
  • Er ist sauber, gepflegt, ohne unangenehmen Geruch, frei von Parasiten und gesund.
  • Er bellt nicht und löst sich nicht an ungemessenen Orten.
  • Er beherrscht mindestens 3 Assistenzleistungen zuverlässig, die seinem beeinträchtigen Halter das Leben erleichtern und dessen Lebensqualität verbessern.
  • Er läuft zu jedem Zeitpunkt entspannt an lockerer Leine und zeigt sich von Umweltreizen stets unbeeindruckt.
  • Er ist für seinen Assistenznehmer jederzeit ansprechbar (z.B. bei Hundebegegnungen oder in Form eines zuverlässigen Rückrufs) und einsatzfähig in Bezug auf die trainierten Assistenzaufgaben.
  • Er bedrängt weder andere Tiere noch Menschen (z.B. um zu jagen oder nach Futter zu betteln).
  •  Er zeigt keinerlei Aggressionsverhalten gegenüber Menschen oder anderen Tieren / Hunden.

Selbstausbildung unter Anleitung

Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist eine sehr intensive und professionelle Ausbildung des Hundes als auch des Menschen notwendig.

Die Ausbildung zum Assistenzhunde-Team erfolgt bei uns hauptsächlich in Form der angeleiteten Selbstausbildung. Das bedeutet, der Assistenzhund lebt von Anfang an nach Abgabe durch den Züchter bei seinem beeinträchtigen Halter, den er zukünftig unterstützen soll und wird durch diesen unter Anleitung unseres Trainers ausgebildet. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass Hund und Halter von Beginn an eine Bindung aufbauen und zum Team gezielt und vertrauensvoll zusammen wachsen können. Der Assistenzhund lernt, seinen beeinträchtigten Halter und dessen Besonderheiten und Bedürfnisse immer besser kennen, was für den späteren Einsatz und der Ausführung seiner Assistenzaufgaben sehr wichtig ist.

Die Ausbildung der Assistenzhunde wird bei uns nach modernsten Methoden und neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Lernverhalten von Hunden umgesetzt. Die Ausbildung erfolgt gewaltfrei und basiert auf der Eigenmotivation des Hundes, um eine hohe Qualität und eine langfristig zuverlässige Leistung der Assistenzaufgaben zu erreichen.

Jeder Ausbildungsschritt und das entsprechende Training wird individuell auf den einzelnen Hund bzw. das jeweilige Mensch/Hund Team abgestimmt und angepasst. Unser Ziel ist es, ein harmonierendes, gut funktionierendes Team aus Hund und Halter zu bilden und dem Hund ausreichend Routine und Freude an seinen zukünftigen Aufgaben zu vermitteln. Um dies zu gewährleisten, legen wir sehr viel Wert darauf, die Arbeitseinsätze für den Hund klar zu definieren, zeitlich zu begrenzen und bereits bei der Ausbildung auf regelmäßige, artgerechte Auszeiten für den Hund zu achten. D

Dieser inklusive Ausbildungsweg ist geeignet für Menschen, die körperlich fit genug sind, um den Hund in den Hilfeleistungen auszubilden oder eine Hilfsperson dies übernehmen kann.

Eine weitere Voraussetzung für eine erfolgreiche, angeleitete Selbstausbildung eines Assistenzhundes ist die Motivation, Neues zu Lernen, Spaß daran, den Hund zu trainieren, Geduld und Disziplin. Auch sollte die Möglichkeit gegeben sein, die benötigten Assistenzleistungen bis zum Ende der Ausbildung anderweitig sicherzustellen. Denn der Hund benötigt ausreichend Zeit, um alle erforderlichen Fähigkeiten und Aufgaben zuverlässig und sicher zu erlernen.

Die Selbstausbildung eignet sich – abhängig von den Anforderungen und Wünschen des Beeinträchtigen sowie den Fähigkeiten, der Verfassung und des Wesens des jeweiligen Hundes – grundsätzlich sowohl für Menschen mit Beeinträchtigung, die bereits einen Hund haben und diesen gerne zum Assistenzhund ausbilden möchten als auch v.A. für diejenigen, die sich zutrauen, einen Welpen selbst großzuziehen und auszubilden oder dies mit entsprechenden Hilfspersonen innerhalb des eigenen Netzwerks bewerkstelligen können.

Der Ablauf der Ausbildung

Der Prozess beginnt optimaler Weise mit der gemeinsamen Auswahl eines geeigneten Welpen, der zu Ihnen und Ihrer individuellen Situation und den damit einhergehenden Anforderungen passt. Gerne unterstützen wir Sie bei dieser Suche, denn nicht jeder Hund ist als Assistenzhund geeignet. Dabei spielen sowohl ein stabiles Wesen als auch der individuelle Charakter und die speziellen Fähigkeiten des Hundes eine Rolle. Je besser Ihr zukünftiger Begleiter zu Ihren Lebensumständen, Einschränkungen, Bedürfnissen und Fähigkeiten passt, umso erfolgversprechender ist das Projekt Assistenzhund. Um dies zu erreichen, unterstützen wir Sie gerne tatkräftig bei der Auswahl eines geeigneten Welpen und testen den Hund – auch im weiteren Heranwachsen – sehr sorgfältig auf sein Wesen, sowie seine physische und psychische Gesundheit.

Zur Festigung der mentalen Stabilität des Assistenzhundes legen wir sehr viel Wert auf eine gute Sozialisierung im Welpenalter. Einen großen Beitrag dazu leistet unser intensives Welpen- und Junghunde-Programm. Dieses beginnt mit einer qualitativ hochwertigen und intensiven Zeit in den Welpenspielstunden. Ergänzt werden diese durch spezielle Welpenausflüge, um die Umweltsozialisierung gemeinsam zu fördern. Sollten Sie aufgrund Ihrer Beeinträchtigung nicht oder nur eingeschränkt in der Lage sein, Ihren Welpen darüber hinaus ausreichend mit Umweltreizen vertraut zu machen, übernehmen wir auch das gerne für Sie in dieser so wichtigen Lebensphase Ihres angehenden Assistenzhundes. Anschließend werden durch regelmäßiges intensives Training, sowohl in Einzelcoachings als auch in Gruppenform, die Grundlagen der wichtigsten Signale und das 1×1 des Grundgehorsams erlernt und gefestigt.

Die Ausbildung beginnt also direkt nach dem Einzug des Welpen bei Ihnen zuhause und dauert in der Regel ca. 2 Jahre. Um die Wesenssicherheit und die psychische Reife zu fördern, ist es uns ein großes Anliegen, im ersten Lebensjahr viel Zeit für eine ausführliche Grundausbildung zu lassen. Dabei hat auch ein angehender Assistenzhund einen Anspruch darauf, seine Welpen- und Junghundezeit genießen zu können. Mit Beginn des zweiten Lebensjahres startet dann die Spezialausbildung, in welcher der Hund nach und nach an seine Assistenzaufgaben herangeführt wird.

Dabei besteht die Ausbildung aus einem umfangreichen Theorieanteil zur Vermittlung notwendigen Wissens rund um wichtige Themenbereiche wie Kommunikation mit dem Hund, Körpersprache und Ausdrucksverhalten, Stressvermeidung, Lernverhalten oder Pflege und artgerechte Beschäftigung zum Ausgleich des Assistenzhundes. Gleichzeitig erfolgt ein intensives Einzelcoaching in regelmäßigen Trainingseinheiten, begleitet von Hausaufgaben und Videodokumentationen. Begleitend unterstützen wir Sie fortlaufend sowohl in Form telefonischer und schriftlicher Feedbacks als auch mit zahlreichen Trainingsplänen für die praktische Umsetzung und regelmäßige Erfolgs- und Qualitätskontrolle.

Am Ende wird in einer sogenannten Teamprüfung die Qualität der Ausbildung ebenso überprüft, wie die sichere und zuverlässige Ausführung der Spezialaufgaben sowie das Verhalten des Teams, insbesondere in der Öffentlichkeit.

Der Abschluss der Ausbildung

Der Abschluss einer Ausbildung zum Assistenzhunde-Team ist in Deutschland bislang gesetzlich nicht klar geregelt. Insbesondere wenn es um Zutrittsrechte in der Öffentlichkeit geht, kann eine solche Zertifikation jedoch von Bedeutung sein. Um ein hohes Maß an Qualität zu gewährleisten, orientieren wir uns deshalb bei der Ausbildung von Assistenzhunden und Ihren Haltern an den Standards des österreichischen Messerli Insituts. Im Gegensatz zu Deutschland ist der Assistenzhund an sich in Österreich bereits umfangreich im dortigen Bundesbehindertengesetz verankert, die dementsprechende Prüfungshoheit obliegt dem Messerli Institut in Wien.

Das Messerli Institut gilt gemeinhin als Vorreiter innerhalb Europas, was die Qualitätsstandards bei der Ausbildung von Assistenzhunden angeht. Mit diesem Maßstab arbeiten wir gemeinsam darauf hin, dass jedes Assistenzhunde-Team am Ende der Ausbildung jederzeit dazu in der Lage ist und die Fähigkeiten besitzt, eine solche Team-Prüfung bei einer der unabhängigen Prüfstellen wie dem Messerli-Insitut zu absolvieren, um ein offizielles Zertifikat einer neutralen Prüfstelle über den Ausbildungsstand zu erhalten.
Außerdem gelten für unsere Arbeit natürlich zu jedem Zeitpunkt die Richtlinien des deutschen Tierschutzgesetzes (TierSchG). Während der Ausbildung steht das Wohlergehen des Hundes unabdingbar an erster Stelle.

Unser Angebotsspektrum

Welche Assistenzleistungen bilden wir aus?

Wir bilden Assistenzhunde für die folgenden Bereiche aus:

  • Warnhunde (z.B. für Diabetes, Epilepsie oder ähnliche Anfallsleiden)
  • Anzeigehunde
  • Signalhunde (z.B. für gehörlose Patienten)
  • Assistenzhunde für Menschen mit motorischen / körperlichen Beeinträchtigungen

Was wir nicht ausbilden sind Blindenführhunde und Assistenzhunde mit dem Schwerpunkt auf Hilfe bei psychischen Beeinträchtigungen.

Wenn Sie ein spezielles Anliegen haben, bitte sprechen Sie uns an und wir geben Ihnen eine Einschätzung zu Ihrem speziellen Fall und ob wir dafür ein geeigneter Partner sind.

Wir freuen uns auf Ihre individuelle Anfrage und kümmern uns gerne um Ihr persönliches Anliegen bei dem spannenden Projekt Assistenzhund.

Hundezentrum Aschaffenburg

Petra Führmann und Iris Franzke führen seit 1992 das Hundezentrum Aschaffenburg. Wir bieten (fast) alles rund um den Hund.

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